Presse

Pressemitteilung vom 05.07.2018

Miteinander von Menschen statt Gegeneinander der Generationen

Kooperationsveranstaltung der Jungen Liberalen mit den Liberalen Senioren

von Benjamin Kurtz

 

Zwei durch und durch unterschiedliche Gruppen, die Generation der Älteren und die Generation der Jüngeren, stehen zumindest altersmäßig an zwei unterschiedlichen Enden der Gesellschaft. Gänzlich unterschiedliche Lebenswelten, könnte man meinen. Gänzlich unterschiedliche Interessensgebiete, könnte man daraus folgern. Auf den ersten Blick scheinen beide Gruppen nichts miteinander gemeinzuhaben.

Klar, dass es bei unterschiedlichen Interessen und begrenzten Mitteln naheliegt, von einem Konflikt der Generationen zu sprechen. Die Alten nähmen den Jungen alles weg, den Jungen mangle es an Respekt gegenüber der alten Generation. Solche Vorurteile kann man bisweilen aufschnappen.

Bei der Kooperationsveranstaltung „Jung trifft Alt“ der Jungen Liberalen und der Liberalen Senioren am Donnerstag, dem 05. Juli 2018, im Schwärzlocher Hof konnten wir aber diese Gerüchte vom Kampf der Generationen erfolgreich ausräumen. Im Gespräch zwischen Dr. Kurt Sütterlin, Regionalbeauftragter der Liberalen Senioren, und Valentin Abel, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, wurde deutlich, dass sich die Generationen sehr respektvoll und wertschätzend begegnen können. Auch gemeinsame Interessen wurden deutlich, die viel zu selten zwischen den Generationen kommuniziert werden, wo im öffentlichen Diskurs viel häufiger von entgegengesetzten Interessen die Rede ist. Den Blick darauf richtend begann Kreisvorsitzende Irene Schuster die Abendveranstaltung: „Es ist wichtig, Alt und Jung auch mal miteinander sprechen zu lassen, anstatt sie gegeneinander auszuspielen.“

Die Bandbreite der so erörterten Themen erstreckte sich von  Fragen über Mobilität, Verkehr und Digitalisierung, Bildung und Pflege, bis hin zu den Problemen der Rentenpolitik. Bei all diesen aktuellen Fragen konnten junge wie alte Liberale bislang vielleicht sogar ungeahnte gemeinsame Interessen feststellen. Vor allem die Mobilität betreffend sind sich die Forderungen der jungen und der alten Generation bisweilen untereinander deutlich ähnlicher als unter den Generationen, die dazwischen liegen. Diese dazwischenliegenden Generationen jedoch sind diejenigen, die in der Politik an den Schalthebeln sitzen, weshalb eine solche Interessensbündelung von Jung und Alt ein dringend notwendiger Schritt sei, so der Kerngedanke des Abends.

Aber nicht nur die beteiligten Gruppen könnten profitieren, sondern ein solcher generationenübergreifender Austausch bringe die gesamte Gesellschaft voran, davon ist Dr. Kurt Sütterlin überzeugt. Auf die Frage nach seinen Erwartungen an die junge Generation äußerte er den Wunsch nach Empathie gegenüber älteren Menschen, Respekt für die über ein Leben gesammelte Kompetenzen, Taktgefühl und die Erkenntnis, das Alter als eine eigene Lebensform anzuerkennen. Dazu merkte Sütterlin ironisch an: „Ich habe das nie verstanden, bis ich selbst so alt war.“

Doch auch wenn den Jungen Liberalen diese Einsicht mangels Alters noch fehlen mag, so forderte ihr Landesvorsitzender in einer glühenden Ansprache dazu auf, den Jungen Liberalen mit Vertrauen zu begegnen, und ihnen auch Mitgestaltung zuzutrauen. Dieses wichtige Ansinnen fand nicht nur bei den Jungen Liberalen selbst Zustimmung, sondern auch bei den anwesenden Senioren.

Ein weiterer Punkt, der im liberalen Lager Jung wie Alt verbindet, ist die Freude am lebenslangen Lernen, das nicht mit dem Ruhestand ende, aber erst recht nicht mit dem Eintritt in das Berufsleben. Junge und ältere Liberale machten sich beide dafür stark, die Möglichkeiten zum Lernen sowohl im Ruhestand als auch im Arbeitsleben zu stärken, aber auch die Freude am lebenslangen Lernen wachzuhalten, die dazu unabdingbar sei.

Im Anschluss an das Gespräch der beiden Vertreter löste sich die eher generationengetrennte Sitzordnung der beiden Gruppen auf und ein wahrer generationenübergreifender Austausch brach sich Bahn, fast so wie beide in ihrem Schlusswort gewünscht hatten: Der Dialog beider Interessensgruppen solle in Zukunft intensiviert werden, in der Hoffnung, dass aus dieser Kooperation Lösungen für alle Generationen der Gesellschaft erwachsen.

In diesem Sinne danken wir den beiden Referenten und freuen uns auf einen in Zukunft noch stärkeren Austausch der Generationen in der Zukunft!

 

Pressemitteilung vom 30.05.2018

Political Coolness – Leicht gesagt?

Vortrag von MdB und sozialpolitischem Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Pascal kober

Political Correctness ist seit Jahren ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Gemüter darüber sind genauso gespalten wie die Debatte an sich.
Handelt es sich um einen notwendigen Diskurs oder tendiert unsere Gesellschaft zum Überreagieren? So kurz nach dem Echoskandal, den Vorwürfen der kulturellen Aneignung gegen Justin Trudeau, der sich samt Familie in traditionellen indischen Gewändern auf Staatsbesuch zeigt und die Vorwürfe gegen FDP Bundesvorsitzenden Christian Lindner, sich in seinem „Bäckereiengleichnis“ vermeintlich rassistisch geäußert zu haben, scheint das Thema der Political Correctness weder an Brisanz noch an Aktualität zu verlieren.

Wir stellten uns gemeinsam mit Pascal Kober, MdB und sozialpolitischem Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, am 28.05.2018 die Frage, wie Political Correctness zu verstehen ist, was sie versucht zu erreichen und wie die Konflikte und Probleme aussehen, die damit einhergehen.

Nach der Begrüßung durch Timothy Randall und die Kreisvorsitzende Irene Schuster wurden schon erste Probleme aufgezeigt. Wo Timothy schon beim Einkaufen überlegt, ob es nicht eigentlich „Studierendenfutter“ heißen sollte, verweist Irene in ihrer Einleitung auf mögliche politisch konstruierte Bedeutungswandel von Wörtern unter dem Beispiel des liberalen Worst-Case-Szenarios aus George Orwells Klassiker „1984“.

Wo zieht man die Grenzen? Wo sich alle darüber einig waren, dass die Ziele der Political Correctness, nämlich Gleichberechtigung, Vorbeugung von Diskriminierung und Stigmata unter den Beispielen der Begriffe „Menschen mit Behinderung“ statt „Behinderte“ und „Erwerbslose“ statt „Arbeitslose“, Schaffung von Wertneutralität, etc. zweifellos im Einklang mit den liberalen Bestrebungen sind, wurde uns im Vortrag und in der darauffolgenden offenen Diskussion schnell klar, dass sie auch zahlreiche Schattenseiten birgt.
Neben eventuellen Verständnisproblemen kann die politisch motivierte Sprachmanipulation zu Unklarheiten, inflationären Neologismen und auch zu gänzlichen Umdeutungen von Wörtern führen und Unsicherheit schaffen, was erlaubt ist und was nicht. Dies birgt Gefahren für die Kunstfreiheit, kann Sprache verfälschen, zu bewusstem Falschauslegen von Sprache führen und unsere Debattenkultur durch zunehmende Tabuisierung weiter einschränken.

Wann ist Satire noch Satire? Wird die Gleichberechtigung durch die teilweise als lächerlich wahrgenommenen Ausmaße eventuell sogar totgeritten? Ist der Vorwurf der kulturellen Aneignung haltbar oder sollten wir nicht vielmehr die frei zugängliche kulturelle Vielfalt feiern und fördern? Wann wird die Grenze zur Absurdität gezogen? (An dieser Stelle malte sich Pascal Kober dystopisch aus, wie Michelangelos David eines Tages als diskriminierend gegenüber Juden und Moslems bezeichnet werden könnte, da dieser nicht beschnitten sei.) Und wie können wir ermöglichen, dass die Debatte für ein derart wichtiges Thema geführt werden kann, ohne dass Kritiker sofort verteufelt werden?

Auch wenn es bei einem solch komplexen Thema schwierig ist ein Fazit zu erreichen, so haben wir doch viel gelernt, reichlich diskutiert und zahlreiche Meinungen gebildet oder sogar geändert.

Wir bedanken uns bei Pascal für seinen interessanten Vortrag und seinen Besuch bei uns Tübingern und freuen uns schon auf’s nächste Mal!

 

PresseMitteilung vom 13.04.2018

Wie kann Baden-Württemberg in der Bildung wieder Spitze werden?

Vortrag vom Landesvorsitzenden der Jungen Philologen Jörg Sobora

Gestern durften wir im Zuge unserer geplanten Bildungsreihe den Landesvorsitzenden der Jungen Philologen Jörg Sobora und die stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Südwürttemberg Anne Käßbohrer auf unserem Stammtisch begrüßen!

Die Junge Philologen Baden-Württemberg neu sind die Stimme und Interessenvertretung von Studierenden, ReferendarInnen und gymnasialen Lehrkräften an allgemeinbildenden Gymnasien und Gemeinschaftsschulen.

Wir hörten aus der Sicht der JuPhis, was sich in den letzten Legislaturperioden bildungspolitisch in Baden-Württemberg getan hat und wie dies sowohl für die Bildungsqualität, als auch für die gymnasialen Lehrkräfte zu bewerten sei.
Etwa wie die Überakademisierung durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und die Bestnoteninflation vorangetrieben wurde und wie fatal die unter Grün-Rot vorgenommene Bevorzugung der Gemeinschaftsschule für Schulenvielfalt, individuelle Förderung und die Vergleichbarkeit des Bildungsgrades wirklich war.

Anlässlich der letzten IQB-Bildungsstudie, nach der Baden-Württemberg im Ländervergleich zu Viertklässlern in der Kategorie „Lesen“ von Platz 5 (2011) auf Platz 13 (2016) abgerutscht und in den Kategorien Orthographie, Mathematik etc. ein ähnlicher Abfall zu beobachten ist, stellten wir uns die Frage „Wie kann BaWü in der Bildung wieder Spitze werden?“

Im Dialog mit Herrn Sobora und Frau Käßbohrer widmeten wir uns u.a. bildungspolitischen Fragen wie:

Wie kann die zunehmende Abhängigkeit zwischen sozialem Status und Bildungsgrad bekämpft werden?

Welche Folgen hat die Inklusion für Schüler und Lehrkräfte?

Woran liegt die zunehmende Überforderung der Lehrkräfte und wie kann man ihr Einhalt gebieten?

Wie kann man Schülern den Einstieg von bspw. der Realschule auf das Gymnasium erleichtern und die Durchlässigkeit zwischen den Schularten erhöhen?

Zurück mit dem Staatsexamen? Sollte man das Referendariat auf 2 Jahre erhöhen?

Wir danken Herrn Sobora und Frau Käßbohrer für ihren Besuch und die angeregten Gespräche und setzen uns als Junge Liberale auch weiterhin für eine vielfältige, individuelle und vor allem chancengleiche und leistungsorientierte Bildungspolitik ein!

 

Pressemitteilung vom 31.01.2018

Energie und Umwelt im Fokus der Tübinger JuLis

Vortrag von MdL Andreas Glück in der Gaststätte „Loretto“

von Dietrich Bernhäuser

 

„Wir brauchen endlich schlaue Umweltschutzkonzepte, die die Bürger minimal belasten, aber maximal motivieren mitzumachen!“, sagt Marvin Ellsässer. Der junge Tübinger bringt sich mit Begeisterung in einem Generationen und Verbände übergreifenden Ortsarbeitskreis ein, in dem der Tübinger FDP-Kreisverband zusammen mit den Jungen Liberalen der Universitätsstadt an neuen Ansätzen für den Naturschutz feilt. Er und viele andere junge politisch Engagierte sind der Einladung der Juli-Kreisvorsitzenden Irene Schuster gefolgt, die stolz ist, im Restaurant „Loretto“ den Landtagsabgeordneten Andreas Glück als Ehrengast am Stammtisch begrüßen zu dürfen.

Glück, Vizefraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Landtag von Baden-Württemberg und Fraktionssprecher für Energie und Naturschutz, begeisterte die Anwesenden mit seinen spannenden Einblicken in die Landespolitik. So machte der Abgeordnete klar, dass die Freien Demokraten beim Thema Energie für Technologieoffenheit stehen. „Die Politik weiß eben nicht immer besser, was die richtige Technologie der Zukunft ist“, betonte Glück. Deswegen stehe auch nicht fest, ob Elektromobilität oder eine andere Technologie bei der Mobilität der Weisheit letzter Schluss sei. Es sei deshalb ein Fehler, wenn sich die grün-schwarze Landesregierung offensichtlich einzig auf die E-Mobilität festlege.

Klare Kante zeigte Glück auch beim Thema Windkraft. Der stark subventionierte Ausbau der Windkraft im windschwächsten Bundesland Baden-Württemberg kann nicht der Beitrag unseres Landes zur Energiewende sein, betonte Glück. „Wir brauchen eine Energiewende der Stärken“, so Glück weiter. Dies seien vor allem Innovationen bei neuen Technologien und Energieeffizienz. Stattdessen setze die grün-schwarze Landesregierung einseitig auf massenhafte Schachwindanlagen. Das sei fachlicher Unsinn, so der Abgeordnete.

Als Wolf Hirschmann das Konzept des Ornithologen und Vogelschützers Peter Berthold, „Jeder Gemeinde ihr Biotop“, vorstellt, ist Andreas Glück ganz dabei. Die angesprochene Idee, mit kleineren ökologischen Trittsteinen Refugien und Ruhezonen für durchreisende bedrohte Tiere inmitten von Monokultur und Betonwüsten zu schaffen, sei eine gute Ergänzung zu den großen zusammenhängenden Naturschutzgebieten und die, wie etwa das Beispiel Nordschwarzwald zeige, durch die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung bei der Durchsetzung die Popularität des Naturschutzes gefährden könnten.

Martin Winter berichtete von einer Wanderung mit Professor Berthold bei Unterjesingen, auf der dieser anschaulich demonstrierte, dass gerade die hier und da von der Natur eingestreuten Feucht- oder Trockengebiete, die für Landwirtschaft und Hausbau unattraktiv sind, optimales Land zur Einrichtung von Biotopen darstellen. „Eine super Gelegenheit für die Bürger, sich mit einem lokalen Projekt zu identifizieren, bei dem jeder mitmachen kann.“, ist sich die FDP-Kreisvorsitzende Dinah Murad sicher. Angesichts des seit den 80er Jahren bestehenden Singvogel-Schwundes und den neuesten Erkenntnissen zum Insektensterben eine Aussicht, die sicher auch so manchen Piepmatz und Brummer freuen dürfte.