Presse

Pressemitteilung vom 19.05.2019

Nachtinfostand am 23.05.2019 zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes

Zur Feier des 70. Geburtstags des deutschen Grundgesetzes werden die JuLis Tübingen am 23.05.2019 ab 18 Uhr einen Nachtinfostand auf dem Tübinger Holzmarkt mit intensivem Bürgerdialog abhalten und laden dazu herzlich ein. Neben Verteilung von Grundgesetzen und gemeinsamem Anstoßen wird auch um 21 Uhr Dr. Christopher Gohl, Ombudsmitglied der FDP und 2017 Tübinger Bundestagskandidat, eine Rede halten, um dieses besondere Datum angemessen zu feiern. Das Grundgesetz bildet seit der Gründung der Bundesrepublik das Fundament unserer Rechtsordnung, wurde seitdem über fünfzig Mal geändert und angepasst und ist bis heute von zentraler Bedeutung. Dass nun siebzig Jahre seit der Erlassung dieses historischen Dokuments vergangen sind, bedarf einer angemessenen Feierlichkeit.

Pressemitteilung vom 16.04.2019

Frauen in der Wirtschaft und im Verband: Lösungsansätze ohne Quote

 

von Raffael Schulzki

 

Die Gleichstellung von Mann und Frau ist vermutlich das meistdiskutierte Thema unserer Zeit: Im Internet, in Filmen, in Magazinen und selbst auf Stickern an Straßenlaternen findet man Aussagen, Forderungen und Parolen dazu. Es ist ein Thema des 21. Jahrhunderts mit langem Vorspiel im vorherigen, es ist ein Thema, mit dem sich aktuell fast alle politischen Organisationen beschäftigen und es ist ein Thema, bei welchem die meisten nur eine Antwort zu sehen scheinen: Die Frauenquote. Die Stärkung der Frauen in allen Bereichen des Lebens, besonders aber in der Wirtschaft und in der Politik, ist ein erklärtes Ziel der Regierungsparteien. Auch sie haben Quoten als Lösungsweg gewählt, doch der eingeschlagene Weg ist nicht frei von Fehlern und umstritten. Wir Junge Liberale fragen uns, wie wir weibliche Individuen ohne Quote unterstützen können. Deshalb hatten wir am 16.04.2019 die Referentinnen Alena Trauschel und Rhea Csordas hier in Tübingen zu Gast, um über Frauen in der Wirtschaft und im Verband zu diskutieren. Für eine Stärkung der Zahl und Leistungskraft der Frauen in der Wirtschaft schlagen wir keine wohlklingenden Zahlen vor, sondern nützliche Maßnahmen: Wie wäre es mit flexiblen Arbeitszeiten für junge Mütter (und Väter) oder der Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder ab dem Babyalter? So können Frauen entlastet, sorglos und schnell zurück auf den Arbeitsmarkt. Deshalb braucht es mehr Geld für Kitaplätze und eine bessere Bezahlung für Betreuer. Andere Staaten wie Schweden oder Frankreich machen es vor – mit Erfolg. Natürlich funktioniert das nur, wenn auch die Männer mehr familiäre Verantwortung von Anfang an übernehmen und sich ebenso um den Nachwuchs kümmern. Eine weitere Idee, die Anklang fand, ist die einer Schulung zum Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit und mehr Werbung für bereits existierende Fördermittel für die Kinderbetreuung am Arbeitsplatz. Der späte Wiedereinstieg in den Beruf wurde als Hauptfaktor ausgemacht, warum Frauen bei Beförderungen, Gehaltserhöhungen und Spitzenposten gegenüber den Männern abgehängt scheinen, also wollen wir, dass sich dort etwas tut. Um mehr Frauen als Unternehmer tätig zu sehen wurde vorgeschlagen das Gründertum schon an der Uni zu fördern und staatliche Gründermittel im breiteren Stil nutzbar zu machen. Ein Schlagwort des Vortrages war „Europa nutzen“. Ohne eine Netzwerk an Bekanntschaften, Kooperationspartnern und Ansprechpartnern ist in der privaten Wirtschaft kein Erfolg möglich, also müssen besonders für Frauen europaweite Möglichkeiten zur Vernetzung geboten werden. Dadurch gibt es automatisch mehr Frauen in der Wirtschaft. In der Politik allgemein und besonders in unserem Verband sind weibliche Mitglieder stark in der Unterzahl. Statt nun aber Quoten aufzustellen und dann vor dem Problem zu stehen, dass die selbstgegebene Quote auf demokratischem Weg nicht erfüllt werden kann, sondern nur durch künstliche Verzerrung von Wahlergebnisse und sexistischen Maßnahmen, wie der Postenverteilung an nicht gewählte Frauen aufgrund ihres Geschlechtes und des Ausschlusses gewählter Männer oder Diverser, wollen wir faire Mittel anwenden. Das Ziel sollte daher sein mehr weibliche Neumtglieder anzuwerben, inaktive Mitglieder zurück zu holen und aktive zu motivieren. Ein freiwilliges Mentoring Programm altgedienter JuLis wäre eine Möglichkeiten, um Neumitglieder schnell in die Struktur des Verbandes einzuführen, damit sie sich schnell einen Platz bei uns aussuchen können. Der Vorschlag „bring your female friend“ kam sehr gut an und ist ein einfaches Mittel, um interessierte Frauen an uns heranzuführen.

Wir wollen nicht, dass jemand wegen seines Geschlechtes gewählt wird, sondern wegen seiner Leistung und Motivation. Egal ob es sich um einen männlichen, weiblichen oder diversen Kandidaten handelt. Diese Grundhaltung bleibt, egal wie stark der Ruf nach Quoten in anderen Parteien wird.

 

 

 

Pressemitteilung vom 10.01.2019

Liberales Face-Off: Liberalismus und Religion

 

von Raffael Schulzki

 

Was ist Religion? Was ist Gott? Gibt es ihn? Wie soll in der heutigen westlichen Kultur mit Religion umgegangen werden? Welchen Umgang wünschen sich religiöse Liberale? Wie soll das staatliche Schulwesen dazu aussehen? Diese Fragen standen im Raum, als sich die Jungen Liberalen Marvin Elsässer und Paul Thies in einer moderierten Debatte am Donnerstag, den 11.01.2019, gegenüberstanden: Der eine als Verfechter der Vereinbarkeit
von Religion und Liberalismus, der andere als bekennender Atheist. Im Wechsel diskutierten die beiden Kontrahenten die drei Hauptfragen des Moderators: Wie stehen Liberalismus, Religion als Gedankengebilde und praktizierter Glaube als eine Lebensweise zueinander? Wie soll die staatliche Schule mit den verschiedenen Religionen in Deutschland und mit Religion im allgemeinen Umgehen, genauer: Welche Berechtigung hat Religionsunterricht? Gibt es einen Gott? Die zwei Lager waren bei den Antworten selbstverständlich geteilter Ansicht, aber nicht unversöhnlich. Aus religiöser Perspektive bestand kein Zweifel an einer Vereinbarkeit des Glaubens auf persönlicher Ebene mit liberaler Politik mit Blick auf die christlich geprägte europäische Aufklärung, auf welcher der Liberalismus fußt. Die atheistische Seite definierte zunächst Religion als sozio-kulturelles Gebilde und leitete daraus einen Unterschied zwischen Religion und Glauben ab, mit der Konklusion, Glaube als unsäkulare Triebkraft habe in der Politik nicht viel zu suchen, sondern eher die Ethik, welche auch aus der Religion hergeleitet werden könne. Die Frage nach dem Religionsunterricht war deutlich gespaltener: Während Elsässer sich für den Religionsunterricht an Schulen mit einem zusätzlichen Ethikunterricht aussprach, vertrat
Thies die These, ein ausführlicher Ethikunterricht sei unabhängig von der Religion des Schülers ausreichend. Die Existenz Gottes, darin waren sich beide Seiten einig, könne jeder nur für sich selbst beantworten. Laut Elsässer müsste man sich vermutlich von den üblichen Vorstellungen Gottes lösen und ihn zum Beispiel in den Naturgesetzen sehen wollen, sein Kontrahent Thies hielt dagegen, dass die Existenz Gottes solange zweifelhaft
sei, bis ein positiver Beweis dafür erbracht würde. In der anschließenden Abstimmungsrunde äußerten sich die Anwesenden JuLis mit knapper Mehrheit, eher von den atheistischen Argumenten überzeugt worden zu sein. Das Feedback für dieses zweite liberale Face-Off fiel sehr positiv aus.

 

Pressemitteilung vom 26.11.2018

Hochschulpolitik mit Nico Weinmann, MdL

 

von Paul Thies

 

Am Montag, den 26.01.2018, fand mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Jungen Liberalen mit der Liberalen Hochschulgruppe die vierte und vorerst letzte Veranstaltung unserer Bildungsreihe statt. Nachdem wir mit Gästen von den Jungen Philologen schon die Schulbildung, in einer weiteren Veranstaltung die frühkindliche Bildung und bei einem Besuch bei der Firma Zeltwanger die berufliche Bildung behandelt hatten, wandten wir uns nun der Hochschulbildung zu. Zu diesem Zweck waren Nico Weinmann, MdL, und Stephen Brauer, MdL, als Redner aus dem Baden- Württembergischen Landtag zu Gast an der Universität Tübingen. Nach einem kurzen einleitenden Grußwort von Irene Schuster, der Kreisvorsitzenden der JuLis Tübingen, in dem die vergangenen Veranstaltungen der Bildungsreihe nochmals zum Tragen kamen, hielten beide Landtagsabgeordnete einen Impulsvortrag zu tagespolitisch aktuellen Themen der Hochschulpolitik. Vom Studienticket bis zum Hochschulfinanzierungsvertrag fanden viele für Studenten hochaktuelle Probleme an diesem Abend Beachtung. Die Gastredner verschafften einen Einblick in die realpolitischen Vorgänge in Stuttgart, und das Publikum konnte in einem anschließenden Fragenteil direkt über diese Themen diskutieren. Hierbei ging es vornehmlich um den internationalen Vergleich deutscher Universitäten auf EU-Ebene, und auch die Digitalisierung in der Hochschulbildung wurde lange besprochen.

Zusammenfassend gelang es uns, sowohl produktiv als auch informativ in einen Dialog einzutreten und das Thema des Abends rundum zu bearbeiten. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch unserer Landtagsabgeordneten in Tübingen und möchten herzlich zu kommenden Veranstaltungen
einladen.

 

 

Pressemitteilung vom 20.09.2018

„Wenn es das deutsche System der beruflichen Bildung nicht gäbe, wäre es eine liberale Erfindung“

BERUFLICHE BILDUNG: BETRIEBSBESUCH & DISKUSSION MIT PASCAL KOBER UND ANDREAS GLÜCK am 20.09.2018

 

von Benjamin Kurtz

 

Erst eine Gymnasialempfehlung, dann doch der Wechsel auf die Realschule, im Anschluss eine Ausbildung im väterlichen Unternehmen und aus dem Arbeitsleben heraus die Fachhochschulreife nachgeholt und das Studium begonnen: Ein spannender, weil nicht direkter Bildungsweg, den Herr Jaro Zeltwanger vorzuweisen hat, seine ganz persönliche Bildungsgeschichte. Durchaus nicht ungewöhnlich in Deutschland, aber ganz individuell auf jeden zugeschnitten, so wie es das vielfältige Bildungssystem in Deutschland möglich macht. Mit diesem Bildungssystem und Ansätzen zur Verbesserung beschäftigen sich die Jungen Liberalen Tübingen in ihrer jüngsten Veranstaltungsreihe zum Thema Bildung, die von den Herausforderungen frühkindlicher Bildung bis hin zu Hochschulpolitik reicht.

Am zwanzigsten September sprachen wir im Rahmen eines Betriebsbesuch bei dem Unternehmen Zeltwanger Holding GmbH und einer Diskussion mit den FDP-Abgeordneten Pascal Kober (MdB) und Andreas Glück (MdL) über die Berufliche Bildung. Für das Tübinger Unternehmen spielt dieser Themenbereich eine große Rolle, so sind bei 300 Mitarbeitern, die Zeltwanger in Deutschland beschäftigt, ganze 45 Auszubildende dabei, wie wir nach einer kurzen Einführung in die Geschichte und Geschäftsfelder des Unternehmens erfuhren. Von der Belieferung namhafter Hersteller der Automobilbranche bis hin zur Optischen Industrie streckt sich der Kompetenzbereich des Unternehmens, dessen Produktpalette von Prototypen von einzelnen Bauteilen bis hin zu ganzen Baugruppen und Klein-Serien reicht. Um diese Produkte mit hoher Präzision zu fräsen oder herzustellen, seien hochqualifizierte Facharbeiter notwendig, so Jaro Zeltwanger, Sohn des Unternehmensgründers Ulrich Zeltwanger.

Da trifft es sich ganz gut, dass das Tübinger Unternehmen Ausbildungsberufe vom Industriemechaniker über den Fachinformatiker bis hin zum Technischen Produktdesigner anbietet und daneben noch die Möglichkeit zum Dualen Studium sowohl an der DHBW als auch nach dem Reutlinger Modell. Über das Ausbildungskonzept sprach Frau Gottschalk, die Ausbildungsverantwortliche des Unternehmens, wobei auch deutlich wurde, dass Unternehmen heutzutage mehr Geld und Zeit investieren müssen, um genug Bewerbungen auf Ausbildungsplätze zu bekommen. Auf diese Weise erreichen Zeltwanger Bewerbungen in großem Maße, sodass es dem Unternehmen nach Frau Gottschalk gelingt, sich die besten Auszubildenden auszuwählen. Zwei dieser Auszubildenden beteiligten sich zu unserem Glück an der späteren Diskussion, sodass es uns gelang, auf die Ausbildungssituation auch von der Seite der Auszubildenden einen Eindruck zu gewinnen.

Doch vor der Diskussion führte uns Jaro Zeltwanger noch durch die Produktionshalle in Tübingen, sichtlich stolz auf das Unternehmen und den 2017 fertiggestellten Neubau. Bei der Begutachtung der Maschinen kamen einige der Jungen Liberalen das erste Mal mit der Arbeit im Maschinenbau und den Abläufen in einem Ausbildungsbetrieb in Berührung, denn wie Julian Grünke, unser Stellvertretender Kreisvorsitzender, zu Beginn der Diskussionsrunde herausstellte, sind die Jungen Liberalen bundesweit zu akademisiert und kommen daher zu wenig mit dem Themengebiet der Ausbildung in ihren Leben in Berührung, sodass es bislang kaum Beschlüsse zu diesem Thema gibt. Die abendliche Diskussionsveranstaltung sei bereits ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben nur ein Schritt.

Im Anschluss an Julian positionierten sich die beiden Abgeordneten Pascal Kober (MdB) und Andreas Glück (MdL) zur beruflichen Bildung. Pascal Kober stellt heraus, dass die Berufliche Bildung durch die Kombination von Lehre im Betrieb und Berufschulwesen ein deutscher Exportschlager und ein wichtiger Stützpfeiler der deutschen Wirtschaftsmacht ist. Dies liegt daran, dass die Betriebe nach Bedarf ausbilden und nicht etwa zentral gesteuert nach politisch festgelegten Quoten. Dennoch sieht auch Bundestagsabgeordnete Kober im Rahmen der Berufsausbildung noch Herausforderungen, so wüssten junge Menschen oft nicht, auf was sie sich in der Ausbildung einlassen, wodurch die Abbrecherquote unnötig hoch sei. Deshalb gelte es, dafür Lösungen zu finden und die Berufliche Bildung als Wirtschaftsfaktor weiter zu unterstützen. Seine Bewertung fiel dabei positiv aus: Besonderen Vorteil biete die marktwirtschaftliche Struktur der Berufsausbildung, so Kober: „Wenn es das noch nicht gäbe, wäre es bestimmt eine FDP-Erfindung.“

Ähnlich positiv äußert sich Landtagsabgeordneter Glück, der neben der Beruflichen Bildung auch auf die Bedeutung der gesamten Bildung für das liberale Menschenbild eingeht und daran eindrucksvoll zeigt, welche Veränderungen in der Bildung gemacht werden müssen. Diese Veränderungen liegen für ihn jedoch außerhalb der beruflichen Bildung, sondern umfassen ein Plädoyer für die Vielfalt der einzelnen Schulen innerhalb der Bundesländer und zugleich für bundesweit einheitliche Schulabschlüsse. Auch eine Förderung der maroden Schulgebäude aus Bundesmitteln sieht Andreas Glück als notwendig an. In Hinblick auf die Berufliche Bildung stellt er jedoch fest: „Manchmal muss die Politik auch einsehen, dass sie nichts ändern muss, sondern einfach diejenigen machen lassen soll, die wissen, was sie tun.“

So eingeleitet starteten wir in die Diskussion, an der sich Politiker, Ausbilder, Auszubildende und Junge Liberale beteiligten, um sich der Beruflichen Bildung noch weiter anzunähern. Während dieser Diskussion kamen auch auf die Probleme in der Beruflichen Bildung zur Sprache, die nach Herrn Zeltwanger jedoch „Beschwerden auf hohem Niveau“ seien. So ließe die Verkehrsanbindung gerade für minderjährige Auszubildende oft zu wünschen übrig, daneben gibt es gravierenden Mangel an Auszubildenden gerade in kleinen Handwerksbetrieben. Von diesen Zuständen ist das Unternehmen Zeltwanger noch weit entfernt, auch wenn der Bewerberrückgang der letzten Jahre zu spüren ist und das Unternehmen gezwungen hat, aktiv in die Schulen zu gehen, um Jugendlichen zu zeigen, wo ihr Lebensweg sie hinführen kann.
Die Auszubildenden selbst wissen noch nicht genau, wo ihr Lebensweg sie hinführen wird, sind aber sicher, nach der Ausbildung erstmal bei Zeltwanger zu bleiben. Schließlich äußerten sie sich positiv zu der Ausbildung und freuten sich darüber, dass sie endlich mal etwas Praktisches tun konnten, was ihnen während der Zeit in der Schule verwehrt geblieben ist. Besonders schön dabei ist es, das tun zu können, was einen begeistert, so einer der Auszubildenden.
So hoffen wir, dass die Ausbildung auch weiterhin die Auszubildenden begeistert und möchten uns bei den Auszubildenden, bei dem Unternehmen Zeltwanger sowie den Abgeordneten Pascal Kober und Andreas Glück für diesen aufschlussreichen Abend zur Beruflichen Bildung danken, aus dem wir alle etwas gebildeter hervorgingen.

 

Pressemitteilung vom 05.07.2018

Miteinander von Menschen statt Gegeneinander der Generationen

Kooperationsveranstaltung der Jungen Liberalen mit den Liberalen Senioren

von Benjamin Kurtz

 

Zwei durch und durch unterschiedliche Gruppen, die Generation der Älteren und die Generation der Jüngeren, stehen zumindest altersmäßig an zwei unterschiedlichen Enden der Gesellschaft. Gänzlich unterschiedliche Lebenswelten, könnte man meinen. Gänzlich unterschiedliche Interessensgebiete, könnte man daraus folgern. Auf den ersten Blick scheinen beide Gruppen nichts miteinander gemeinzuhaben.

Klar, dass es bei unterschiedlichen Interessen und begrenzten Mitteln naheliegt, von einem Konflikt der Generationen zu sprechen. Die Alten nähmen den Jungen alles weg, den Jungen mangle es an Respekt gegenüber der alten Generation. Solche Vorurteile kann man bisweilen aufschnappen.

Bei der Kooperationsveranstaltung „Jung trifft Alt“ der Jungen Liberalen und der Liberalen Senioren am Donnerstag, dem 05. Juli 2018, im Schwärzlocher Hof konnten wir aber diese Gerüchte vom Kampf der Generationen erfolgreich ausräumen. Im Gespräch zwischen Dr. Kurt Sütterlin, Regionalbeauftragter der Liberalen Senioren, und Valentin Abel, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, wurde deutlich, dass sich die Generationen sehr respektvoll und wertschätzend begegnen können. Auch gemeinsame Interessen wurden deutlich, die viel zu selten zwischen den Generationen kommuniziert werden, wo im öffentlichen Diskurs viel häufiger von entgegengesetzten Interessen die Rede ist. Den Blick darauf richtend begann Kreisvorsitzende Irene Schuster die Abendveranstaltung: „Es ist wichtig, Alt und Jung auch mal miteinander sprechen zu lassen, anstatt sie gegeneinander auszuspielen.“

Die Bandbreite der so erörterten Themen erstreckte sich von  Fragen über Mobilität, Verkehr und Digitalisierung, Bildung und Pflege, bis hin zu den Problemen der Rentenpolitik. Bei all diesen aktuellen Fragen konnten junge wie alte Liberale bislang vielleicht sogar ungeahnte gemeinsame Interessen feststellen. Vor allem die Mobilität betreffend sind sich die Forderungen der jungen und der alten Generation bisweilen untereinander deutlich ähnlicher als unter den Generationen, die dazwischen liegen. Diese dazwischenliegenden Generationen jedoch sind diejenigen, die in der Politik an den Schalthebeln sitzen, weshalb eine solche Interessensbündelung von Jung und Alt ein dringend notwendiger Schritt sei, so der Kerngedanke des Abends.

Aber nicht nur die beteiligten Gruppen könnten profitieren, sondern ein solcher generationenübergreifender Austausch bringe die gesamte Gesellschaft voran, davon ist Dr. Kurt Sütterlin überzeugt. Auf die Frage nach seinen Erwartungen an die junge Generation äußerte er den Wunsch nach Empathie gegenüber älteren Menschen, Respekt für die über ein Leben gesammelte Kompetenzen, Taktgefühl und die Erkenntnis, das Alter als eine eigene Lebensform anzuerkennen. Dazu merkte Sütterlin ironisch an: „Ich habe das nie verstanden, bis ich selbst so alt war.“

Doch auch wenn den Jungen Liberalen diese Einsicht mangels Alters noch fehlen mag, so forderte ihr Landesvorsitzender in einer glühenden Ansprache dazu auf, den Jungen Liberalen mit Vertrauen zu begegnen, und ihnen auch Mitgestaltung zuzutrauen. Dieses wichtige Ansinnen fand nicht nur bei den Jungen Liberalen selbst Zustimmung, sondern auch bei den anwesenden Senioren.

Ein weiterer Punkt, der im liberalen Lager Jung wie Alt verbindet, ist die Freude am lebenslangen Lernen, das nicht mit dem Ruhestand ende, aber erst recht nicht mit dem Eintritt in das Berufsleben. Junge und ältere Liberale machten sich beide dafür stark, die Möglichkeiten zum Lernen sowohl im Ruhestand als auch im Arbeitsleben zu stärken, aber auch die Freude am lebenslangen Lernen wachzuhalten, die dazu unabdingbar sei.

Im Anschluss an das Gespräch der beiden Vertreter löste sich die eher generationengetrennte Sitzordnung der beiden Gruppen auf und ein wahrer generationenübergreifender Austausch brach sich Bahn, fast so wie beide in ihrem Schlusswort gewünscht hatten: Der Dialog beider Interessensgruppen solle in Zukunft intensiviert werden, in der Hoffnung, dass aus dieser Kooperation Lösungen für alle Generationen der Gesellschaft erwachsen.

In diesem Sinne danken wir den beiden Referenten und freuen uns auf einen in Zukunft noch stärkeren Austausch der Generationen in der Zukunft!

 

Pressemitteilung vom 30.05.2018

Political Coolness – Leicht gesagt?

Vortrag von MdB und sozialpolitischem Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Pascal kober

Political Correctness ist seit Jahren ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Gemüter darüber sind genauso gespalten wie die Debatte an sich.
Handelt es sich um einen notwendigen Diskurs oder tendiert unsere Gesellschaft zum Überreagieren? So kurz nach dem Echoskandal, den Vorwürfen der kulturellen Aneignung gegen Justin Trudeau, der sich samt Familie in traditionellen indischen Gewändern auf Staatsbesuch zeigt und die Vorwürfe gegen FDP Bundesvorsitzenden Christian Lindner, sich in seinem „Bäckereiengleichnis“ vermeintlich rassistisch geäußert zu haben, scheint das Thema der Political Correctness weder an Brisanz noch an Aktualität zu verlieren.

Wir stellten uns gemeinsam mit Pascal Kober, MdB und sozialpolitischem Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, am 28.05.2018 die Frage, wie Political Correctness zu verstehen ist, was sie versucht zu erreichen und wie die Konflikte und Probleme aussehen, die damit einhergehen.

Nach der Begrüßung durch Timothy Randall und die Kreisvorsitzende Irene Schuster wurden schon erste Probleme aufgezeigt. Wo Timothy schon beim Einkaufen überlegt, ob es nicht eigentlich „Studierendenfutter“ heißen sollte, verweist Irene in ihrer Einleitung auf mögliche politisch konstruierte Bedeutungswandel von Wörtern unter dem Beispiel des liberalen Worst-Case-Szenarios aus George Orwells Klassiker „1984“.

Wo zieht man die Grenzen? Wo sich alle darüber einig waren, dass die Ziele der Political Correctness, nämlich Gleichberechtigung, Vorbeugung von Diskriminierung und Stigmata unter den Beispielen der Begriffe „Menschen mit Behinderung“ statt „Behinderte“ und „Erwerbslose“ statt „Arbeitslose“, Schaffung von Wertneutralität, etc. zweifellos im Einklang mit den liberalen Bestrebungen sind, wurde uns im Vortrag und in der darauffolgenden offenen Diskussion schnell klar, dass sie auch zahlreiche Schattenseiten birgt.
Neben eventuellen Verständnisproblemen kann die politisch motivierte Sprachmanipulation zu Unklarheiten, inflationären Neologismen und auch zu gänzlichen Umdeutungen von Wörtern führen und Unsicherheit schaffen, was erlaubt ist und was nicht. Dies birgt Gefahren für die Kunstfreiheit, kann Sprache verfälschen, zu bewusstem Falschauslegen von Sprache führen und unsere Debattenkultur durch zunehmende Tabuisierung weiter einschränken.

Wann ist Satire noch Satire? Wird die Gleichberechtigung durch die teilweise als lächerlich wahrgenommenen Ausmaße eventuell sogar totgeritten? Ist der Vorwurf der kulturellen Aneignung haltbar oder sollten wir nicht vielmehr die frei zugängliche kulturelle Vielfalt feiern und fördern? Wann wird die Grenze zur Absurdität gezogen? (An dieser Stelle malte sich Pascal Kober dystopisch aus, wie Michelangelos David eines Tages als diskriminierend gegenüber Juden und Moslems bezeichnet werden könnte, da dieser nicht beschnitten sei.) Und wie können wir ermöglichen, dass die Debatte für ein derart wichtiges Thema geführt werden kann, ohne dass Kritiker sofort verteufelt werden?

Auch wenn es bei einem solch komplexen Thema schwierig ist ein Fazit zu erreichen, so haben wir doch viel gelernt, reichlich diskutiert und zahlreiche Meinungen gebildet oder sogar geändert.

Wir bedanken uns bei Pascal für seinen interessanten Vortrag und seinen Besuch bei uns Tübingern und freuen uns schon auf’s nächste Mal!

 

PresseMitteilung vom 13.04.2018

Wie kann Baden-Württemberg in der Bildung wieder Spitze werden?

Vortrag vom Landesvorsitzenden der Jungen Philologen Jörg Sobora

Gestern durften wir im Zuge unserer geplanten Bildungsreihe den Landesvorsitzenden der Jungen Philologen Jörg Sobora und die stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Südwürttemberg Anne Käßbohrer auf unserem Stammtisch begrüßen!

Die Junge Philologen Baden-Württemberg neu sind die Stimme und Interessenvertretung von Studierenden, ReferendarInnen und gymnasialen Lehrkräften an allgemeinbildenden Gymnasien und Gemeinschaftsschulen.

Wir hörten aus der Sicht der JuPhis, was sich in den letzten Legislaturperioden bildungspolitisch in Baden-Württemberg getan hat und wie dies sowohl für die Bildungsqualität, als auch für die gymnasialen Lehrkräfte zu bewerten sei.
Etwa wie die Überakademisierung durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und die Bestnoteninflation vorangetrieben wurde und wie fatal die unter Grün-Rot vorgenommene Bevorzugung der Gemeinschaftsschule für Schulenvielfalt, individuelle Förderung und die Vergleichbarkeit des Bildungsgrades wirklich war.

Anlässlich der letzten IQB-Bildungsstudie, nach der Baden-Württemberg im Ländervergleich zu Viertklässlern in der Kategorie „Lesen“ von Platz 5 (2011) auf Platz 13 (2016) abgerutscht und in den Kategorien Orthographie, Mathematik etc. ein ähnlicher Abfall zu beobachten ist, stellten wir uns die Frage „Wie kann BaWü in der Bildung wieder Spitze werden?“

Im Dialog mit Herrn Sobora und Frau Käßbohrer widmeten wir uns u.a. bildungspolitischen Fragen wie:

Wie kann die zunehmende Abhängigkeit zwischen sozialem Status und Bildungsgrad bekämpft werden?

Welche Folgen hat die Inklusion für Schüler und Lehrkräfte?

Woran liegt die zunehmende Überforderung der Lehrkräfte und wie kann man ihr Einhalt gebieten?

Wie kann man Schülern den Einstieg von bspw. der Realschule auf das Gymnasium erleichtern und die Durchlässigkeit zwischen den Schularten erhöhen?

Zurück mit dem Staatsexamen? Sollte man das Referendariat auf 2 Jahre erhöhen?

Wir danken Herrn Sobora und Frau Käßbohrer für ihren Besuch und die angeregten Gespräche und setzen uns als Junge Liberale auch weiterhin für eine vielfältige, individuelle und vor allem chancengleiche und leistungsorientierte Bildungspolitik ein!

 

Pressemitteilung vom 31.01.2018

Energie und Umwelt im Fokus der Tübinger JuLis

Vortrag von MdL Andreas Glück in der Gaststätte „Loretto“

von Dietrich Bernhäuser

 

„Wir brauchen endlich schlaue Umweltschutzkonzepte, die die Bürger minimal belasten, aber maximal motivieren mitzumachen!“, sagt Marvin Ellsässer. Der junge Tübinger bringt sich mit Begeisterung in einem Generationen und Verbände übergreifenden Ortsarbeitskreis ein, in dem der Tübinger FDP-Kreisverband zusammen mit den Jungen Liberalen der Universitätsstadt an neuen Ansätzen für den Naturschutz feilt. Er und viele andere junge politisch Engagierte sind der Einladung der Juli-Kreisvorsitzenden Irene Schuster gefolgt, die stolz ist, im Restaurant „Loretto“ den Landtagsabgeordneten Andreas Glück als Ehrengast am Stammtisch begrüßen zu dürfen.

Glück, Vizefraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Landtag von Baden-Württemberg und Fraktionssprecher für Energie und Naturschutz, begeisterte die Anwesenden mit seinen spannenden Einblicken in die Landespolitik. So machte der Abgeordnete klar, dass die Freien Demokraten beim Thema Energie für Technologieoffenheit stehen. „Die Politik weiß eben nicht immer besser, was die richtige Technologie der Zukunft ist“, betonte Glück. Deswegen stehe auch nicht fest, ob Elektromobilität oder eine andere Technologie bei der Mobilität der Weisheit letzter Schluss sei. Es sei deshalb ein Fehler, wenn sich die grün-schwarze Landesregierung offensichtlich einzig auf die E-Mobilität festlege.

Klare Kante zeigte Glück auch beim Thema Windkraft. Der stark subventionierte Ausbau der Windkraft im windschwächsten Bundesland Baden-Württemberg kann nicht der Beitrag unseres Landes zur Energiewende sein, betonte Glück. „Wir brauchen eine Energiewende der Stärken“, so Glück weiter. Dies seien vor allem Innovationen bei neuen Technologien und Energieeffizienz. Stattdessen setze die grün-schwarze Landesregierung einseitig auf massenhafte Schachwindanlagen. Das sei fachlicher Unsinn, so der Abgeordnete.

Als Wolf Hirschmann das Konzept des Ornithologen und Vogelschützers Peter Berthold, „Jeder Gemeinde ihr Biotop“, vorstellt, ist Andreas Glück ganz dabei. Die angesprochene Idee, mit kleineren ökologischen Trittsteinen Refugien und Ruhezonen für durchreisende bedrohte Tiere inmitten von Monokultur und Betonwüsten zu schaffen, sei eine gute Ergänzung zu den großen zusammenhängenden Naturschutzgebieten und die, wie etwa das Beispiel Nordschwarzwald zeige, durch die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung bei der Durchsetzung die Popularität des Naturschutzes gefährden könnten.

Martin Winter berichtete von einer Wanderung mit Professor Berthold bei Unterjesingen, auf der dieser anschaulich demonstrierte, dass gerade die hier und da von der Natur eingestreuten Feucht- oder Trockengebiete, die für Landwirtschaft und Hausbau unattraktiv sind, optimales Land zur Einrichtung von Biotopen darstellen. „Eine super Gelegenheit für die Bürger, sich mit einem lokalen Projekt zu identifizieren, bei dem jeder mitmachen kann.“, ist sich die FDP-Kreisvorsitzende Dinah Murad sicher. Angesichts des seit den 80er Jahren bestehenden Singvogel-Schwundes und den neuesten Erkenntnissen zum Insektensterben eine Aussicht, die sicher auch so manchen Piepmatz und Brummer freuen dürfte.